Tropfenfotografie zum Zweiten

Die ersten Versuche zur Tropfenfotografie waren zwar durchaus erfolgreich, doch ich war trotzdem unzufrieden. Die Steuerung der Eingaben über die Elektronik war umständlich, fehlerbehaftet und man mußte ständig die Zeiten kompliziert manuell mitrechnen. Folglich habe ich mich daran gemacht, das zu ändern. Herausgekommen ist in Programm im System Processing, das die Eingaben nicht nur überflüssig macht (und gleichzeitig den Arduino steuert) sondern auch die Zeiten visuell darstellt, so dass man eine bessere Vorstellung vom zeitlichen Ablauf der einzelnen Tropfen und Zeitpunkte bekommt (siehe Screenshots).

Fängt man mit frischem Aufbau an, muß man sich erst einmal an die Zeiten, also Aufschlagzeit erster und zweiter Tropfen, höchste Wassersäule und Aufschlag dritter Tropfen, herantasten. Für diese Punkte habe ich zusätzliche Marker in der Timeline  eingefügt, mit denen sich die Punkte wiederfinden lassen. All diese Daten lasen sich speichern und wieder laden. Zur Zeit ist das Programm für maximal drei Ventile ausgelegt, mehr ist aber weitgehend problemlos möglich.

Mit diesen neuen Möglichkeiten habe ich dann eine weitere Fotosession gestartet. Die Bilder seht ihr unten. Dank der Visualisierung war es sogar möglich 4 statt drei Tropfen im passenden Zeitraum mit nur einem Ventil loszulassen, so dass sogar doppelte Pilze möglich sind.

Vor ein paar Tagen habe ich dann das gleiche mit ein paar Freunden ausprobiert. Doch in dieser Runde zeigte sich, dass schon kleinste Abweichungen von dem vorherigen Versuchsaufbau dazu führen, dass man im Prinzip alle Einstellungen neu ermitteln muß. In diesem Fall kamen zwei Einflüsse zum tragen:

  • das Ventil war anscheinen durch die Benutzung von Farbe beim Shooting vorher nicht ganz sauber, daduch lösten sich die Tropfen nicht voneinander.
  • Zu Beginn hatten wir mit klarem Wasser Tropfen produziert. Die vorher zum Färben verwendete Druckertinte ändert aber scheinbar die Viskosität, so dass keine der alten Zeiten mehr stimmte. Kaum hatten wir wieder eingefärbt, ließen sich mit den alten Zeiteinstellungen reproduzierbare Ergebnisse erzielen.

Fazit: Trotz aller Elektronik ist in der Tropfenfotografie noch vieles zufallsbehaftet. Das Lösen der Tropfen von der Tülle, die Form der Tropfen, die Richtung des Fluges und damit der Auftreffpunkt auf die Wassersäule, die Form und Höhe der Wassersäule, all das variiert mit jedem Versuch. Das ist einerseits ärgerlich, weil es viele Versuche und Fotos braucht. Andererseits macht es aber auch wieder den Reiz aus, denn nur so entstehen die vielen verschiedenen Figuren.

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