Weltreise fünfte Station – Siem Reap und Angkor Wat

Siem Reap war für uns drei hier ein unbeschriebenes Blatt. Wir hatten nur gehört, dass Angkor sehr überlaufen sein soll und die Stadt eine Partymeile. Letzteres stimmt für das Stadtzentrum. Die Innenstadt hat sich genauso gezeigt wie Khaosan in Bangkok, Feiern und Party aller Orten, dazwischen Restaurants und Massagesalons (die allerdings nicht direkt an der Straße die Füße massiert haben). Das Gewusel mit Mopeds, Tuktuks und Autos ist wesentlich heftiger in Siem Reap und es geht auf den Straßen erheblich chaotischer zu. Fahrspuren, Fahrtrichtungen, Licht, Blinker, alles nur Empfehlungen. Mit einem Moped kommt man auch gegen die Fahrtrichtung durch.

Das Hotel war recht klein aber dadurch sehr um seine Gäste besorgt. Wir waren in der Anfangszeit fast die einzigen, hatten riesen Zimmer und der Swimmingpool war angenehm kühl. Zu Anfang empfand ich die Fragen des Hotelchefs als etwas neugierig und aufdringlich, doch wir haben durch ihn manchen Tip bekommen. Ohne ihn hätten wir das eine  oder andere nicht ohne weiteres machen können. Durchaus empfehlenswert.

Am ersten ganzen Tag waren wir dann in Angkor mit einem Drei-Tages-Pass. Wir hätten gleich 5 Tage nehmen sollen, denn der Pass reicht bis zu 40km ins Umland und wird immer wieder abgeprüft. In Angkor selbst war es voll. Doch sobald man den Weg der Bustouren verließ wurde es deutlich ruhiger. In der sogenannten kurzen Tour des ersten Tages (die vom Laufen die längere ist) sind 5 Tempel enthalten, die wir alle bei den schweißtreibenden Temperaturen abgeklappert haben. Neun Stunden schwitzen, laufen, trinken, fotografieren. Hat sich gelohnt und schon in Angkor Thom wurde es deutlich ruhiger, man konnte teilweise frei fotografieren. Am Folgetag haben wir dann die große Runde (die nur für den Tuktuk-Fahrer länger ist) abgefahren.

Am dritten Tag gabs eine Fahrt in das Nationalreservat im klappernden Van auf steilen einspurigen Schotterpisten. Die Fahrt lohnte schon wegen der Dschungeltour, Highlight war aber der Wasserfall mit den badenden Kambodschanern, die alle reichlich Spaß daran hatten, fotografiert zu werden. Auf dem Rückweg waren noch zwei Tempel zu besichtigen, womit wir dann unseren Drei-Tages-Pass für Angkor verbraucht hatten.

Den vierten Tag wollten wir in einer floating Village verbringen, doch der Hotelchef warnte uns, das wegen des bevorstehenden Neujahrsfestes der Khmer und des Königsbesuches Angkor für ein paar Tage geschlossen bleiben würde (das hat dann die eintreffenden neuen Hotelgäste voll erwischt). So beschafften wir noch einen Eintagespass und fuhren mit einem einem altersschwachen Tuktuk weitere drei Tempel ab. Da wir schon mittags fertig waren fragte uns der Fahrer, ob wir noch die Floating Village sehen möchte (eine andere als die ursprünglich geplante). Wir wollten und fuhren mit Mundschutz die staubige Straße bis zum Tonle Sap. Dort bekamen wir ein Boot nur für uns und eine spannende Fahrt durch das Fischerdorf mit den hoch gesetzten Bauten bis zu einer Krokodilfarm auf dem See. Das war mit Sicherheit die bessere Tour.

Am letzten Tag war relaxen angesagt. Abends wollten wir in der Stadt noch ein Bier trinken. Da es schon dunkel war, ließ ich die Kamera im Hotel. Das war mein Glück. Denn inzwischen war das hiesige Silvester voll ausgebrochen. Die ganze Innenstadt war dichtest gedrängt voller Menschen, Autos, Tuktuks und Motorädern. Die Passanten am Straßenrand und in der Partymeile sowie auf den Pickups waren alle schwer bewaffnet mit großen Wasserpistolen, an jedem Haus standen Wannen oder lagen Schläuche für den Wassernachschub und es wurde geballert was das Zeug hielt. Am schlechtesten dran waren die Leute in den Tuktuks, weil sie sich nicht wehren konnten. Die Pickups wurden teilweise von Massen beschossen und aus Kübeln begossen. Kurz: es war ein riesen Spaß bei dem warmen Wetter und wir waren innerhalb kürzester Zeit pitschnass. Ich will nächstes Jahr wieder hin, aber nur mit Knarre!

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