Weltreise sechste Station – Tokyo

Da kommt man morgens um 9 in Tokyo an, hat im Flieger nicht geschlafen, der Bauch grummelt noch aus Kambodscha, der Fuß tut weh, es regnet und das Hotelzimmer wird erst um 15 Uhr frei, und dann soll man diese Stadt toll finden? Zumindest am Ankunftstag ist das nicht gelungen. Doch wie so oft ändert sich mit dem Wetter auch die Laune, am nächsten Tag schien die Sonne und die Touren durch diesen Moloch von Stadt fingen an Spaß zu machen. Es hat einen Tag gedauert, bis wir mit dem U-Bahn-System, das von zwei getrennten Gesellschaften betrieben wird, zurecht kamen und wir die richtigen Mehrtagestickets hatten.

Was mich als erstes überrascht hat: die Straßen und U-Bahnen sind- anders als immer in Filmen dargestellt – bei weitem nicht voll. Man kann problemlos auf Nebenstraßen mitten auf der Straße schlendern, in der U-Bahn hab ich immer einen Sitzplatz bekommen. Nur frühmorgens und gegen 19 Uhr wird es kurzzeitig voll und es herrscht beängstigendes Gedränge.

Wir haben Tokyo meist zu Fuß erobert. In sechs Touren haben wir versucht, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Tokyo anzusehen. Das reichte von herrlichen japanischen Gärten, den Kaiserlichen Garten, diversen Tempeln über die Einkaufsstraßen bis zu den Aussichtspunkten auf dem Rathaus und dem Skytree. Dazu haben wir kulinarisch vom Automatenrestaurant um die Ecke bis zum Feinschmeckerrestaurant ebenfalls vieles ausprobiert, teilweise ohne zu wissen, was wir wirklich bestellt hatten. Lecker wars in allen Fällen. Womit wir beim zweiten sind, was mich überrascht hat: Man kann in Tokyo durchaus auch günstig leben als Tourist (man muß aber nicht). Nicht alle Verrücktheiten in Tokyo haben wir probiert, das Robotcafe z.B. haben wir ausgelassen. Das Eulencafe mussten wir uns aber ansehen (daher die Eulen in der Bildergalerie), auch wenn der Tierschützer in uns bedenken hatte.

Was uns überrscht hat ist, wie wenige Japaner Englisch verstehen. Doch immer, wenn wir auch nur kurz an einer Stelle gezögert oder länger auf einen Plan geschaut haben, war sofort jemand da, der englisch verstand und uns nur zu gerne weiterhelfen wollte. Von diesen organisierten Helfern haben wir manchen guten Tip bekommen. Überrascht hat uns auch die absolute Pünktlichkeit. Verspätungen bei der U-Bahn: 0%. Da können sich unsere DB und diverse Verkehrsbetriebe eine dicke Scheibe abschneiden!

Sechs Tage reichen bei weitem nicht, um diese Stadt kennen zu lernen, aber sie haben einen bleibenden Eindruck hinterlasse.

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